Uli Schmied

Uli Schmied

Dr. Gwendolin Gregor über Ulrich Schmied

Ulrich Schmied ist in der Kunstszene kein Unbekannter mehr. Wer aber steht hinter diesem Künstlernamen? Sein bürgerlicher Name lautet Ulrich Skrodzki, und dieser Name lässt schon aufhorchen. Der Maler Günter Skrodzki ist sein Vater. Die Begabung liegt deutlich in der Familie. Geschmiedete Eisenskulpturen sind ein neues Medium. Große Stahlskulpturen etwa wurden -technisch bedingt- erst durch die Industrialisierung möglich.

1963 in Celle geboren, wusste der junge Skrodzki anfangs nicht so recht, was beginnen. Schon immer hatte ihn alles Handwerkliche gereizt. Nach dem Schulabschluß 1980 machte er deshalb erst mal eine dreijährige Lehre als Kunstschmied in verschiedenen Werkstätten.
Ulrich Schmied (5k)

Zwei Jahre Zivildienst danach waren einerseits eine unfreiwillige Unterbrechung, gaben aber andererseits Zeit zur Besinnung.

1985 fiel dann eine wichtige Entscheidung: Die 260 Jahre alte Dorfschmiede in Almdorf in Nordfriesland wurde gekauft und restauriert. Seitdem arbeitet dort „Ulrich Schmied", wie er sich selbst bescheiden-tiefstapelnd nennt. Oder schwingt in dieser Selbstbenennung ein wenig augenzwinkernde Koketterie mit? Ironie, auch Selbstironie, trockener Humor, selbst schwarzer Humor sind dem Künstler nicht fremd und blitzen bei ihm und in seinem Werk immer wieder auf.

Was macht aus einen Schmied, einem Kunstschmied, einen Eisenskulpteur? Die Liebe zur Sache und die Faszination der archaischen Arbeit mit dem flackernden Feuer und am Amboß lässt auch aus dem besten Schmied noch keinen Künstler werden. Seine Phantasie ist es, die ihm in einem einfachen Stahlblech, einer Eisenstange, ja, gelegentlich sogar in einem Schrottstück eine fabelhafte Figur zeigt. Der „Rest" ist dann „nur" noch eine Frage der geschickten Handwerkskenntnis. Bei einem Schmied tritt zur künstlerischen Phantasie und zum handwerklichen Können noch ein enormer Kraftaufwand. Hier ist ein Eisenskulpteur einfach härter gefordert als ein Maler, auch wegen der körperlichen Belastung, sowie Staub, Lärm und Hitze. Ulrich Schmied sagt selbst dazu: „Im Sommer ist das die Hölle." Seiner Begeisterung tut dies jedoch keinen Abbruch: „Schmieden ist mehr als Eisen beschlagen. Ich modelliere wie ein Bildhauer. Aber weil das Eisen zu warm ist, kann ich dies nicht wie bei Ton mit den Händen machen. Der Hammer, mein Werkzeug, ist die Verlängerung meiner Hand."

Weitere Informationen unter: Uli Schmied

Datum

09. Januar 2017

Tags

Skulpturen & Objekte